Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht ZFU Fragen und Antworten

FAQ
Häufige Fragen und Antworten -Allgemeines

  1. Wann liegt Fernunterricht vor?
  2. Muss ein Fernunterrichtsangebot Präsenzen beinhalten?
  3. Was bedeutet „individuelle Lernerfolgskontrolle“?
  4. Sind Multiple-Choice-Fragen bzw. EDV-Tests als individuelle Lernerfolgskontrolle zu betrachten?
  5. Was bedeutet eine ZFU-Zulassung?
  6. Ist die ZFU-Zulassung eines Fernunterrichtsangebots gleichzusetzen mit der staatlichen Anerkennung?
  7. Ist die ZFU-Zulassung zeitlich begrenzt?
  8. Wann spricht man von einem institutsinternen Abschluss?
  9. Was versteht man unter einem IHK- bzw. HWK-Zertifikat?
  10. Ist der Begriff „Zertifikat“ rechtlich geschützt?
  11. Kann das ZFU-Zulassungszeichen vom Veranstalter verwendet werden?
  12. Was ist ein Online-Seminar?
  13. Sind Online-Seminare zulassungspflichtig?
  14. Gelten Videokonferenzen (z. B. Virtueller Klassenraum) bzw. Online-Seminare als Präsenzveranstaltungen bzw. synchrone Kommunikation?
  15. Sind Selbstlernkurse als Fernunterricht zu betrachten?
  16. Was ist unter einer besonderen Rechtsvorschrift zu verstehen?

1. Wann liegt Fernunterricht vor?

Laut § 1 Fernunterrichtschutzgesetz (FernUSG) liegt Fernunterricht vor, wenn ein Lehrgang auf vertraglicher Basis gegen Entgelt angeboten wird und eine individuelle Lernerfolgskontrolle stattfindet. Zudem müssen Lernende und Lehrende überwiegend räumlich getrennt sein; d.h. Präsensenzseminare oder Phasen synchroner Kommunikation (präsenzäquivalente Online-Veranstaltungen) dürfen einen Anteil von 50 % nicht überschreiten. Erfolgen die Online-Seminare zeitgleich und können nicht zusätzlich auch als Wiederholung (ohne Interaktionsmöglichkeit) von den Teilnehmern abgerufen werden, liegt kein Fernunterricht im Sinne des FernUSG vor.  

2. Muss ein Fernunterrichtsangebot Präsenzen beinhalten?

Nein, Präsenzen sind nur dann erforderlich, wenn Kompetenzen vermittelt werden sollen, die mit reinem Selbstlernen (asynchrones Lernen) nicht erreichbar sind.

3.Was bedeutet „individuelle Lernerfolgskontrolle“?

Die vom FernUSG vorgesehene Überwachung des Lernerfolgs ist hinsichtlich ihrer Voraussetzungen im Gesetz nicht näher bestimmt. Der Gesetzgeber ging selbst bei der Formulierung des Gesetzes von einem umfassenden und weiten Verständnis des Begriffs der Überwachung des Lernerfolgs aus.
Da nach dem FernUSG eine Überwachung des Lernerfolgs nach dem Vertrag vorgesehen sein muss, kommt es für die Anwendung des FernUSG nicht darauf an, ob diese letztlich auch tatsächlich durchgeführt wird. Es reicht deshalb aus, dass nach dem Vertrag der Lernende das Recht hat, eine solche einzufordern, um den Lernerfolg kontrollieren zu lassen.
Das wesentliche Merkmal von Fernunterricht ist die Begleitung und Betreuung der Teilnehmer*innen. Daher ist das Merkmal „individuelle Lernerfolgskontrolle“ auch erfüllt, wenn Teilnehmer*innen die Möglichkeit eröffnet wird, inhaltliche Fragen zu stellen.


4. Sind Multiple-Choice-Fragen bzw. EDV-Tests als individuelle Lernerfolgskontrolle zu betrachten?

In der Regel ist dies nicht der Fall. Automatisch ausgewertete digitale Aufgabenformate, wie Multiple-Choice, Lückentexte oder Drag-and-drop liefern meist keine individuellen Bewertungen. Wenn die Teilnehmenden eine Rückmeldung erhalten, ist diese meist personenunabhängig, das Ergebnis der Bewertung anderer Aufgaben wird nicht einbezogen. Wenn durch eine (aufwendige) Programmierung eine individuelle Lernerfolgskontrolle gewährleistet wird, könnten auch diese Aufgabenformate das Kriterium einer individuellen Lernerfolgskontrolle im Sinne des FernUSG erfüllen.

5. Was bedeutet eine ZFU-Zulassung?

Die ZFU-Zulassung bestätigt, dass ein Lehrgang den Anforderungen des FernUSG entspricht, d.h. dass Lehrgänge fachlich und didaktisch geeignet sind, das Lehrgangsziel zu erreichen, und die geltenden Rechtsvorschriften eingehalten werden. Dazu gehört die Entscheidung, dass der Fernunterrichtsvertrag und die Informationsmaterialen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

6. Ist die ZFU-Zulassung eines Fernunterrichtsangebots gleichzusetzen mit der staatlichen Anerkennung?

Die Zulassung eines Fernunterrichtsangebots ist nicht zu verwechseln mit der staatlichen Anerkennung eines Bildungs- oder Berufsabschlusses. Die Zulassung eines Fernunterrichtsangebots dient in erster Linie dem Verbraucherschutz. Es wird überprüft, ob die Ziele eines Lehrgangs erreicht werden können. Dies kann auch der Erwerb eines staatlich anerkannten Abschlusses sein.

7. Ist die ZFU-Zulassung zeitlich begrenzt?

Nein, die ZFU-Zulassung erfolgt unbefristet, allerdings erfolgt alle drei Jahre eine Fortbestandsüberprüfung. Damit wird sichergestellt, dass die Beschreibung eines Fernunterrichtsangebots, die auf dieser Homepage veröffentlicht wird, aktuell ist und der Zulassung entspricht. Gravierende Änderungen an einem bestehenden Fernunterrichtsangebot bedürfen einer gesonderten Antragstellung (siehe Antrag auf wesentliche Änderung).

8. Wann spricht man von einem institutsinternen Abschluss?

Wenn Bildungs- und Berufsabschlüsse nicht durch eine gesetzliche Vorgabe geregelt sind, können Fernlehrinstitute eigenständig Lehrgänge entwickeln. Sie können beispielsweise Inhalte, Dauer und Zulassungsvoraussetzungen frei gestalten.

9. Was versteht man unter einem IHK- bzw. HWK-Zertifikat?

Werden Prüfungsvorbereitungen gezielt auf bestimmte Kammern ausgerichtet oder in Kooperation mit spezifischen Kammern durchgeführt, ist das Lehrgangsziel ein IHK-Zertifikat bzw. HWK-Zertifikat.

10. Ist der Begriff „Zertifikat“ rechtlich geschützt?

Nein, weder der Begriff „Zertifikat“ noch der Zusatz „zertifiziert“ sind rechtlich geschützt.

11. Kann das ZFU-Zulassungszeichen vom Veranstalter verwendet werden?

Wenn ein Fernunterrichtsangebot von der ZFU zugelassen wurde, kann das ZFU-Zulassungszeichen im Werbetext und im Zertifikat abgebildet werden. Wichtig ist, dass das Zulassungszeichen immer zusammen mit der Zulassungsnummer abgebildet wird, um Verbrauchern einen einfachen Zugriff auf den Lehrgang in der Lehrgangssuche zu ermöglichen.

12. Was ist ein Online-Seminar?

Live-Online-Seminare sind synchrone Veranstaltungen. Die Teilnehmenden kommen zu einem festgelegten Zeitpunkt gleichzeitig in einem virtuellen Seminarraum zusammen und eignen sich unter Anleitung neues Wissen an.

13. Sind Online-Seminare zulassungspflichtig?

Nein, das ist nicht der Fall. Der Unterricht via Internet in Echtzeit erfolgt synchron, so dass keine räumliche Trennung zwischen Lehrenden und Lernenden im Sinne des FernUSG vorliegt und es sich daher auch nicht um Fernunterricht im Sinne des Gesetzes handelt.

14. Gelten Videokonferenzen (z. B. Virtueller Klassenraum) bzw. Online-Seminare als Präsenzveranstaltungen bzw. synchrone Kommunikation?

Ja, dies ist der Fall, sofern sie nicht aufgezeichnet sind, sodass sie zeitversetzt angeschaut werden können. Können aufgezeichnete Live-Unterrichtsanteile von den Teilnehmenden nach eigener Wahl abgerufen werden, zählt dieser Teil des Gesamtcurriculums aus ZFU-Sicht zur Selbstlernphase.

15. Sind Selbstlernkurse als Fernunterricht zu betrachten?

Nein, reine Selbstlernkurse fallen nicht unter das FernUSG. Das entscheidende Kriterium für Selbstlernkurse ist die individuelle Lernerfolgskontrolle; fehlt diese, liegt kein Fernunterricht im Sinne des Gesetzes vor.

16. Was ist unter einer besonderen Rechtsvorschrift zu verstehen?

Sind die beruflichen Weiterbildungen nicht bundesweit, sondern nur von einer oder mehreren Handwerkskammern (HWK) bzw. Industrie- und Handelskammern (IHK) geregelt, werden die Rechtsgrundlagen häufig als „Besondere Rechtsvorschriften" bezeichnet.

Es kann durchaus vorkommen, dass mit einem Fernlehrgang auf gleiche Weiterbildungsprüfungen bei verschiedenen HWK oder IHK vorbreitet werden soll. Auch wenn die Rechtsvorschriften der verschiedenen Kammern identisch sind, sind trotzdem alle Rechtsvorschriften mit Datum und Kammern zu benennen und den Antragsunterlagen beizufügen.

Eine Kooperationsvereinbarung mit einer spezifischen IHK ist gleichwohl erforderlich.

 

 

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Tel.: +49 221 921207 - 0

Fax: +49 221 921207 - 2000

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Email: poststelle @ zfu.nrw.de


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